Die Evolution des Lehrers

Veröffentlicht: 17. Juni 2010 in Uncategorized

Ah diesen Post wollte ich schon lange schreiben. Es ist eine erstaunliche Tatsache, dass man Lehrer und ihre Entwicklung in ganz strikte Muster einteilen kann. Grundsätzlich beginnt das Ganze mit 2 Typen:

1. Der Typ: Wenns nichts wird brech‘ ich ab und werd‘ Lehrer!
Dieser Typ Mensch wollte in seinem Leben etwas machen: Informatik, Mathematik oder Deutsch studieren. Leider waren dann die Kompetenzen nicht ausreichend also entschied sich man sich: Ach wenn’s nicht reicht kann ich immer noch Lehrer werden. dafür braucht es ja nicht viel. Jetzt kann sich jeder denken was da rauskommt: Inkompetente und für den Beruf völlig ungeeignete Personen, die auch noch verbeamtet sind, d.h. nicht zu feuern. Später mehr dazu!

2. Der Typ: Ich will Lehrer werden!
Dieser Typ Mensch wird Lehrer, weil er Lehrer werden möchte. Hier stimmen Motivation und Ziel der Ausbildung soweit überein. Ob daraus ein guter Lehrer wird ist immer fraglich denn der Schulalltag hat seine eigenen Schwierigkeiten.

Nun nach dem Studium kommt Entwicklungsstufe 1: Die Referendarphase
Hier trifft der Lehrer das erste Mal auf den harten Schulalltag und schon jetzt werden die meisten ungeeigneten Kandidaten herausgefiltert, meist durch lernunwillige Schüler und Alltagsstress. Hier zeigen sich schon signifikante Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2:

„Wenns-nichts-wird-brech‘-ich-ab-und-werd‘-Lehrer!“-Referendare erkennt man daran, dass sie von Anfang an wenig Interesse an ihrem Schülern und dem Fach das sie unterrichten zeigen, während „Ich-will-Lehrer-werden“-Referendare jede Stunde akribisch ausarbeiten und sich zwanghaft an die an erlernte Methodik halten. Jedoch gehen die Unterschiede hier meistens noch in der Unerfahrenheit des angehenden Lehrers etwas unter, weswegen eine Präzise Kategorisierung in dieser Phase sehr komplex sein kann und durchaus Fehlerbehaftet

Darauf folgt Entwicklungsstufe 2: Das Examen

„Wenns-nichts-wird-brech‘-ich-ab-und-werd‘-Lehrer!“ Referendare machen hier den gewohnten stupiden Unterricht den die Prüfer sehen wollen und bestehen mit durchschnittlichen Noten. Jetzt sind sie offiziell Lehrer und werden quasi blind auf die Schüler gelassen. Ein „Ich-will-Lehrer-werden“-Referendar hingegen hat für solche Prüfungen immer irgendetwas besonderes vorbereitet, das meistens zwar überhaupt nicht seinem eigentlichen Unterrichtsstil entspricht (Leute die eigentlich nur Frontalunterricht machen fangen an Gruppenarbeiten zu verteilen und Lehrer die eher frei ihre Stunden gestalten sind auf einmal mit einem Auge an der Uhr festgeklebt um ja im Zeitplan zu bleiben usw.) aber solche Stunde sind meistens so durch konzipiert, dass sie im schlimmsten Fall nur zu kurzfristiger Frustration und leichten Kopfschmerzen bei den Anwesenden Schülern führen, jedoch auch in den Bereich „interessant“ ansteigen könne. Wenigstens muss man sich bei diesen Leuten nicht allzu große Sorgen machen, dass sie ihre Schüler durch den späteren Unterricht allzu sehr verunglimpfen.

Danach folgen die ersten Jahre als Lehrer die ausschlaggebend für das gesamte Lehrerleben ist.
In Entwicklungsstufe 3: Der Alltag, zeigt sich ob der Lehrer für tägliche Konfrontation mit Schülern geeignet ist oder ob falsche Erwartungen und Fehlende Motivation bei den Schülern die Psyche zu sehr ankratzen.

Wenn die Lehrer mit dem Stress fertig werden kann man grob folgendes sagen:

„Wenns-nichts-wird-brech‘-ich-ab-und-werd‘-Lehrer!“-Lehrer werden zu den langweiligen 0815-Typen die sich durch ihren Alltag mit mehr oder weniger Begeisterung durchschlagen und an die sich kein Schüler wirklich erinnern wird. Gelegentlich verwandeln sie sich in den „Ich-will-Lehrer-werden“-Typen, da sie das Unterrichten für sich entdecken aber das sind Ausnahmen.
Der „Ich-will-Lehrer-werden“-Lehrer hingegen genießt es den Job zu machen den er machen will und das merken seine Schüler auch. Ob Ausflüge, guter Unterricht oder ständiges Engagement man weiß nach kurzer Zeit, dass da jemand vor einem steht der Lehrer sein will.

Leider gibt es auch die Schattenseiten: Der Alltag wird dem Lehrer zu viel und er verändert sich rapide zu einem Schatten seiner selbst:

„Ich-will-Lehrer-werden“-Lehrer sind enttäuscht, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden, allein in unserer Schule gab es genug solcher Fälle die man hinterher in Kuren, Psychiatrien oder heulend bei Elternsprechtagen wieder fand.
„Wenns-nichts-wird-brech‘-ich-ab-und-werd‘-Lehrer!“-Lehrer verlieren einfach jedwedes Interesse an ihren Schüler, was in Extremfällen dazu führt das sie einfach nur noch im Unterricht sitzen und aus dem Lehrbuch vorlesen.

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Kommentare
  1. frlkrise sagt:

    Huh, sehr gut beobachtet! Der Alltag eines Lehrer ist allerdings härter, als der Schüler denkt…. ich kann nicht gut beurteilen, wie sich’s in der Oberstufe unterrichtet, aber in der Mittelstufe muss man von natur aus stabil, gesund, cool und gut gelaunt sein, sonst kann man schon beschädigt werden……Ichs seh‘ s kabaretistisch, dann machts mehr spaß!

  2. depp sagt:

    ist wirklich sehr gut beobachtet mein „wenn’s nicht´s wird dann brech ich ab und werd lehrer lehre hat nem freund von mir ne strafaufgabe gegeben wein er leise gelacht hat!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. depp sagt:

    is mein ernst

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